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EU-Batterieverordnung 2027: Macht das Schluss mit verklebten Handys?

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EU-Batterieverordnung 2027: Macht das Schluss mit verklebten Handys?

Saugnapf festsaugen, Displaykleber auf der iFixit-Heizmatte erweichen lassen und mit den Fingernägeln am Rand vom Pixel 7 rumpopeln. Wenn das Teil dann knackt, ist es selten der Stromspeicher, der nachgibt, sondern das Glas. Genau wegen dieser teuren Fummelei hoffen viele ab 2027 auf die EU Batterieverordnung für austauschbare Akkus. Nur wird dein nächstes Flaggschiff trotzdem komplett dichtgeklebt in deiner Hosentasche landen.

Die EU hat das Gesetz zwar beschlossen, um den Müllberg zu schrumpfen. Klingt gut auf dem Papier. In der Praxis haben sich Apple, Samsung und Co. in Brüssel aber Paragrafen verhandelt, mit denen sie sich bequem aus der Affäre ziehen.

Was bringt die EU Batterieverordnung für austauschbare Akkus ab 2027 wirklich?

In der offiziellen Rechtsvorschrift auf eur-lex.europa.eu (Verordnung EU 2023/1542) steht es in Artikel 11 schwarz auf weiß: Tragbare Batterien in Geräten müssen vom Endnutzer während der Lebensdauer problemlos entnommen und ersetzt werden können (Stand: Februar 2027). Das Prinzip zwingt Hersteller dazu, endlich wieder Geräte zu bauen, die ohne Spezialwerkstatt auskommen.

Bei einfacher Elektronik klappt das auch.

Die drahtlose PC-Maus, der Rasierer, eReader oder günstige Bluetooth-Boxen müssen künftig so konstruiert sein. Da fliegt nichts mehr auf den Wertstoffhof, nur weil der eingebaute Akku nach zwei Jahren schlappmacht. Standardwerkzeug aus der Küchenschublade reicht. Kreuzschlitz auf, Klappe ab, frische Zelle rein. Keine verklebten Akkupacks mehr, die beim Raushebeln fast brennen.

Beim Smartphone sieht das aber völlig anders aus.

Warum das nächste iPhone und Galaxy trotzdem verklebt bleiben

Smartphones fallen nämlich nicht nur unter das reine Batteriegesetz. Da greift zeitgleich die europäische Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/1670 für Mobiltelefone und Tablets. Und genau da steckt der Passus, der dir den einfachen Akkudeckel beim Handy versaut.

Apple, Samsung oder Xiaomi müssen dir gar keinen einfachen Zugang bauen. Das kannste knicken. Sie bekommen eine Freikarte, sobald sie zwei Punkte erfüllen:

Erstens: Das Gerät ist nach IP67 staubdicht und übersteht zeitweiliges Untertauchen in Wasser.
Zweitens: Der Akku hält mindestens 1.000 volle Ladezyklen durch und behält dabei noch mindestens 80 Prozent seiner Kapazität (Stand: Juni 2025).

Welcher Hersteller verzichtet freiwillig auf das Verkaufsargument Wasserschutz, nur um dir das Schrauben zu erleichtern? Keiner.

Flache Gehäuse verkaufen sich im Laden schlicht besser als klobige Bauformen mit Gummidichtung und Klickverschluss. Die großen Marken zahlen lieber die Zertifizierung für IP67 und kaufen etwas bessere Akkuzellen ein. Frei zugängliche Batterien sehen wir ab 2027 realistisch betrachtet nur bei 90-Euro-Gurken, wo sich die IP67-Prüfung schlicht nicht lohnt.

Ob der Akku nach drei Jahren praller Sommerhitze auf dem Armaturenbrett wirklich noch 80 Prozent Kapazität schafft, weiß im Brüsseler Amt ohnehin keiner.

Was passiert mit Ersatzteilen und Software-Sperren?

Immerhin bremst die EU ein paar der fiesesten Branchen-Tricks aus.

Laut BMUV (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz auf bmuv.de) müssen Hersteller originale Ersatzakkus und Reparaturanleitungen für fünf bis sieben Jahre bereithalten. Bei Mobiltelefonen gilt über die Ökodesign-Regeln eine Pflicht von sieben Jahren ab Juni 2025 (Stand: Juni 2025).

Ebenfalls verschwindet das sogenannte Parts-Pairing. Jahrelang sperrten Hersteller Ersatzteile elektronisch. Da wurde die Seriennummer des Akkus fest mit der Hauptplatine verheiratet. Hast du eine frische Zelle ohne das herstellereigene Software-Tool eingebaut, gab es Fehlermeldungen oder die Akkuanzeige sponn komplett herum. Diese digitalen Fesseln verbietet die EU künftig. Das Ersatzteil muss laufen, ohne dass der Hersteller vorher online seinen Segen erteilt.

Günstiger wird die Reparatur dadurch aber nicht automatisch. Wer Ersatzteile sieben Jahre lang in Lagerhallen aufbewahrt, lässt sich das bezahlen. Die Kosten landen eins zu eins beim Käufer. Du stehst am Ende also doch wieder beim Reparaturservice um die Ecke, zahlst 90 Euro für den Zellentausch und hoffst, dass das Display die Hitze der Reparatur übersteht.

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