Offizielles Statement der Band Frei.Wild zum Ausschluss vom Echo 2013

9. März 2013 | Von | Kategorie: News

Logo der Band Frei.WildDie Deutsche Phono Akademie hat Frei.Wild am gestrigen Donnerstag von der Nominierungsliste des ECHO entfernt. Diese Entscheidung der Phono Akademie stellt einen Paradigmenwechsel in der Geschichte des Deutschen Musikpreises dar, der bislang in der hier einschlägigen Kategorie „Rock/Alternative“ gemäß den Regularien des ECHO anhand von Verkaufszahlen ermittelt wurde. Noch Stunden zuvor hatte die Phono Akademie einen Ausschluss der Gruppe laut Presseberichten unter Hinweis auf ihre Regularien ausgeschlossen. Das Zitat des Geschäftsführers des Bundesverbandes Musikindustrie Dr. Florian Drücke: „Um zu verhindern, dass der Echo zum Schauplatz einer öffentlichen Debatte um das Thema der politischen Gesinnung wird, hat sich der Vorstand nach intensiven Diskussionen dazu entschlossen, in die Regularien des Preises einzugreifen und die Band Frei.Wild von der Liste der Nominierten zu nehmen“, entlarvt sich selbst als widersprüchlich: Wie soll eine solche rein politische Entscheidung verhindern, dass der Echo zum Gegenstand eines politischen Themas wird? Politischer als geschehen geht es nicht mehr.

Kraftklub und Mia boykottieren den ECHO

Der Entscheidung war ein Protest der ebenfalls nominierten Gruppen Kraftklub und Mia vorausgegangen. Sowohl Kraftklub als auch Mia hatten gedroht, den ECHO zu boykottieren, wenn Frei.Wild weiterhin auf der Nominierungsliste verbleiben sollte. Beide Gruppen dürfte die Androhung leicht gefallen sein, denn sie hatten aufgrund der allgemein bekannten Verkaufszahlen von vornherein keine Chancen auf den Gewinn des Musikpreises in dieser Kategorie, da die weiterhin nominierten Gruppen Unheilig und Die Ärzte in dem relevanten Zeitraum deutlich erfolgreicher waren als Kraftklub und Mia.

Vor dem Ausschluss hatten weder die Phono Akademie noch Vertreter der Gruppen Kraftklub und Mia das Gespräch mit der Gruppe Frei.Wild oder deren Management gesucht. Die Gruppe Frei.Wild wurde ausgeschlossen, ohne angehört worden zu sein. Offenkundig wollte man Frei.Wild nicht – wie sonst in ähnlichen Fällen üblich und vor Gericht grundrechtlich garantiert – ein Recht auf Anhörung zugestehen.

Philipp Burger distanziert sich von politischen Extremismus

Frei.Wild und vor allem deren Sänger Philipp Burger haben sich seit Bandgründung klar und eindeutig von jeder Form des politischen Extremismus distanziert. Philipp Burger hat sich bereits vor knapp 15 Jahren von seiner Vergangenheit als Skinhead gelöst und fordert bei Konzerten schon immer „Nazis raus“. Die Gruppe Frei.Wild hilft vielen jungen Menschen, sich in schwierigsten beruflichen und privaten Umfeldern zu behaupten und gibt ihnen eine Stimme. Eine Stimme, die ihnen Selbstbewusstsein vermittelt und die für Selbstkritik offen ist. Eine Stimme, die sich eindeutig von Neonazis und anderen Ewiggestrigen abgrenzt. Eine Stimme, die auch sagt „Ich habe Fehler gemacht, ich bereue diese Fehler, aber ich habe auch ein Recht auf eine zweite Chance.“

Genau diese Stimme und eben diese zweite Chance wollen Kraftklub und Mia ihren Musikerkollegen von Frei.Wild nicht einräumen. Mehr noch: Sie versuchen – in Bezug auf den ECHO nunmehr erfolgreich – all das zu ersticken und sich gleichzeitig in ein positives Licht zu rücken.

Die Entscheidung der Phono Akademie ist ein Schlag ins Gesicht für den Echo selbst. Ein Schlag ins Gesicht für all die Fans, die Tonträger der Gruppe Frei.Wild kaufen, deren Konzerte besuchen und die über Frei.Wild einen Zugang zur Musik vermittelt bekommen. Pop- und Rockmusik, gerade Alternativ-Musik hat sich seit jeher aus schwierigen, oft subkulturellen Umfeldern gespeist – es gehört zu ihrem Wesen, dass sie kontrovers ist und kontrovers bleibt.

Die Deutsche Phono Akademie hat kein Rückgrat bewiesen und sich somit selbst disqualifiziert. Manch einem dürfte in Anbetracht dieser Aktion am Echo Abend dann aber doch unheimlich werden. Diese „Aktion“, angefacht von der vermeintlich politisch Korrekten, verdeutlicht eine im Grunde unanständig- inkorrekte Vorgehensweise.

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