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Nachhaltig investieren: Die besten ESG-ETFs für Anfänger im Check

Laptop mit steigenden ESG-ETF-Kursen auf einem nachhaltigen Arbeitsplatz mit Pflanzen und Finanzutensilien.

Nachhaltig investieren: Die besten ESG-ETFs für Anfänger im Check

Die Finanzwelt befindet sich im vielleicht größten Umbruch ihrer Geschichte. Es ist nicht länger nur der reine Profit, der die Kapitalströme lenkt, sondern zunehmend auch die Frage, wie dieser Profit erwirtschaftet wird. Wenn du dich heute fragst, wie du dein Geld vermehren und dabei gleichzeitig einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten kannst, bist du Teil einer globalen Bewegung. Das sogenannte ESG-Investing (Environmental, Social, Governance) ist längst aus der Nische der Öko-Idealisten herausgewachsen und zu einem harten Wirtschaftsfaktor geworden. Doch mit der Popularität steigt auch die Komplexität. Greenwashing, undurchsichtige Ratings und eine Flut an neuen Finanzprodukten machen den Einstieg schwer. In diesem umfassenden Guide zerlegen wir das Thema in seine Einzelteile, analysieren die Mechanismen hinter den grünen ETFs und geben dir eine fundierte Entscheidungsgrundlage für deinen Vermögensaufbau an die Hand.

Was genau verbirgt sich hinter dem Kürzel ESG und warum ist es mehr als ein Marketing-Trend?

Um nachhaltig zu investieren, musst du zunächst verstehen, dass ESG weit mehr ist als nur Klimaschutz. Es handelt sich um ein quantitatives Bewertungssystem, das Unternehmen anhand von drei Säulen analysiert:

  • Environmental (Umwelt): Hier geht es um den CO2-Fußabdruck, Wasserverbrauch, Abfallmanagement und den Erhalt der Biodiversität. Ein Unternehmen, das zwar Elektroautos baut, aber dabei massiv Wasser verschwendet, schneidet hier differenziert ab.
  • Social (Soziales): Wie geht das Unternehmen mit Mitarbeitern, Zulieferern und der Gesellschaft um? Themen sind hier Arbeitssicherheit, Diversität im Vorstand, Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette und Datenschutz.
  • Governance (Unternehmensführung): Dies betrifft die interne Kontrolle. Gibt es Maßnahmen gegen Korruption? Sind die Vorstandsgehälter angemessen? Werden Aktionärsrechte gewahrt?

Die Relevanz dieses Ansatzes zeigt sich in den harten Zahlen. Laut der Global Sustainable Investment Alliance (GSIA) beliefen sich die nachhaltigen Geldanlagen bereits 2020 auf über 35 Billionen US-Dollar weltweit – das entsprach damals mehr als einem Drittel aller professionell verwalteten Vermögenswerte. Der Treiber ist dabei nicht nur Altruismus, sondern Risikomanagement. Unternehmen, die ESG-Kriterien ignorieren, sehen sich zunehmend mit regulatorischen Strafen (z.B. CO2-Steuern), Klagen oder Reputationsschäden konfrontiert. Wer heute in ESG investiert, wettet also darauf, dass nachhaltige Unternehmen langfristig widerstandsfähiger sind.

Warum ist die Unterscheidung zwischen SRI, ESG und Impact Investing entscheidend für deinen Erfolg?

Viele Anfänger werfen diese Begriffe in einen Topf, doch analytisch betrachtet gibt es gravierende Unterschiede, die über die Zusammensetzung deines Portfolios entscheiden.

Was unterscheidet den Best-in-Class-Ansatz vom Ausschlussverfahren?

Die meisten ESG-ETFs folgen einem sogenannten Best-in-Class-Ansatz. Das bedeutet, sie investieren nicht nur in Windkraftanlagen, sondern auch in jene Unternehmen einer „schmutzigen“ Branche, die sich am meisten um Transformation bemühen. Ein Ölkonzern kann also in einem ESG-Index landen, wenn er im Vergleich zur Konkurrenz die beste Strategie für erneuerbare Energien vorweist. Das Ziel ist hierbei, die gesamte Wirtschaft zu transformieren, indem Kapitalströme zu den fortschrittlicheren Unternehmen geleitet werden.

Im Gegensatz dazu steht das SRI (Socially Responsible Investing). Hier wird meist strenger ausgesiebt. SRI-ETFs nutzen oft harte Ausschlusskriterien. Branchen wie Rüstung, Tabak, Glücksspiel, Pornos oder fossile Brennstoffe werden komplett aus dem Portfolio verbannt. Wenn du also sichergehen willst, dass kein Cent deines Geldes in Öl fließt, ist ein SRI-ETF oft die bessere Wahl als ein reiner ESG-ETF.

Das Impact Investing geht noch einen Schritt weiter. Hier steht die messbare positive Wirkung im Vordergrund (z.B. „Wie viel Tonnen CO2 wurden durch dieses Investment eingespart?“). Im ETF-Bereich ist dies noch schwer umsetzbar, da ETFs meist breite Indizes abbilden und nicht gezielt in Einzelprojekte investieren.

Lohnt sich nachhaltiges Investieren finanziell oder musst du auf Rendite verzichten?

Das hartnäckigste Vorurteil gegenüber grünen Geldanlagen ist die Annahme, dass Moral Geld kostet. Historische Daten und moderne Finanzmarktanalysen widerlegen diese These jedoch zunehmend. Tatsächlich zeigen Indizes wie der MSCI World SRI über Zeiträume von 5 bis 10 Jahren oft eine Outperformance gegenüber dem klassischen MSCI World. Doch woran liegt das? Wir müssen hier die Ursachen analytisch betrachten:

Erstens haben ESG-ETFs oft ein starkes Übergewicht im Technologiesektor (da Tech-Firmen naturgemäß weniger CO2 ausstoßen als Industriekonzerne) und untergewichten den Energiesektor (Öl/Gas). In der Dekade von 2010 bis 2020, in der Tech-Aktien boomten und Ölpreise zeitweise stagnierten, führte dies zu einer Überrendite. Zweitens senkt gutes ESG-Management, wie oben erwähnt, die Kapitalkosten und das Risiko von Skandalen (wie etwa dem Dieselskandal oder Umweltkatastrophen), was die Volatilität der Aktien senken kann.

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Es gibt jedoch auch Gegenstimmen. Kritiker merken an, dass diese Outperformance zyklisch ist. Im Jahr 2022, als Tech-Aktien einbrachen und Energieaktien aufgrund des Ukraine-Kriegs durch die Decke gingen, performten klassische Indizes kurzfristig besser als ihre nachhaltigen Pendants. Du solltest also nicht wegen einer garantierten Überrendite nachhaltig investieren, sondern weil du erwartest, dass nachhaltige Geschäftsmodelle langfristig (über 10-20 Jahre) überlegen sind.

Wie erkennst du Greenwashing bei ETFs und was bedeutet die EU-Offenlegungsverordnung?

Die größte Gefahr für dich als Anleger ist das Greenwashing – wenn Fonds sich grüner anstreichen, als sie sind. Um dem entgegenzuwirken, hat die Europäische Union die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) eingeführt. Diese Verordnung zwingt Fondsanbieter, Farbe zu bekennen. Du solltest auf folgende Klassifizierungen achten:

  • Artikel 6: Ganz normale Fonds ohne expliziten Nachhaltigkeitsfokus. Hier spielt ESG keine oder nur eine untergeordnete Rolle.
  • Artikel 8 (Hellgrün): Diese Fonds bewerben ökologische oder soziale Merkmale. Die meisten gängigen ESG-ETFs fallen in diese Kategorie. Sie schließen die schlimmsten Sünder aus, sind aber oft nicht so strikt, wie Anleger vermuten.
  • Artikel 9 (Dunkelgrün): Diese Fonds verfolgen ein konkretes nachhaltiges Investitionsziel (Impact). Sie sind strenger reguliert und seltener. Wenn du maximale Konsequenz suchst, musst du nach Artikel-9-Fonds suchen, wobei diese oft teurer sind und weniger diversifiziert.

Ein analytischer Blick in die Bestandsliste (Holdings) eines ETFs ist dennoch Pflicht. Verlasse dich nicht blind auf den Namen des ETFs. Wenn „Paris Aligned“ draufsteht, sollte das Portfolio so konstruiert sein, dass es mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist. Das bedeutet eine jährliche Dekarbonisierungsrate des Portfolios von etwa 7 Prozent.

Welche konkreten Indizes und Strategien dominieren den Markt?

Für Einsteiger ist der Dschungel an Abkürzungen verwirrend. Hier ist eine Analyse der wichtigsten Index-Familien, sortiert von „wenig streng“ bis „sehr streng“:

1. ESG Screened / ESG Filtered

Dies ist die Einstiegsstufe. Hier werden nur die schlimmsten Branchen ausgeschlossen (z.B. kontroverse Waffen, Tabak). Der Rest des Portfolios bleibt fast identisch zum Mutterindex. Der Vorteil: Die Diversifikation ist extrem hoch, der Tracking Error (Abweichung) zum Standardindex minimal. Der Nachteil: Es ist kaum nachhaltiger als der breite Markt.

2. ESG Enhanced / ESG Leaders

Hier wird der Best-in-Class-Ansatz angewendet. Unternehmen mit hohen ESG-Ratings werden übergewichtet, solche mit schlechten Ratings untergewichtet oder ausgeschlossen. Indizes wie der MSCI World ESG Leaders decken immer noch ca. 50% der Marktkapitalisierung des Mutterindex ab. Das ist ein guter Kompromiss für Anleger, die Breite wollen, aber schlechte Firmen meiden möchten.

3. SRI (Socially Responsible Investing)

Dies ist der „Goldstandard“ für viele Privatanleger. Indizes wie der MSCI World SRI Low Carbon Select sind sehr restriktiv. Sie schließen oft fossile Brennstoffe komplett aus und nehmen nur die besten 25% der Unternehmen (nach ESG-Rating) pro Sektor auf. Das Portfolio schrumpft von 1.600 Unternehmen (Standard MSCI World) auf oft nur 350 bis 400 Unternehmen zusammen. Das erhöht theoretisch das Klumpenrisiko, hat aber historisch, wie erwähnt, oft gut funktioniert.

Wie sieht die Zukunft des nachhaltigen Investierens aus?

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass ESG keine Modeerscheinung bleiben wird, sondern sich zur Lizenz zum Wirtschaften entwickelt. Experten prognostizieren, dass die Datenerfassung durch Künstliche Intelligenz (KI) das Greenwashing erschweren wird. Satellitendaten können heute schon Methanlecks von Fabriken in Echtzeit überwachen und so die von Unternehmen selbst berichteten Daten verifizieren. Dies wird zu einer viel härteren Auslese führen.

Politisch sehen wir jedoch, besonders in den USA, eine Gegenbewegung („Anti-ESG“), die argumentiert, dass Unternehmen sich nur auf Profite konzentrieren sollten. In Europa hingegen verschärft der „Green Deal“ die Regeln weiter. Für dich als Anleger bedeutet das: Der regulatorische Rückenwind für nachhaltige Firmen in Europa bleibt stark, während globale Portfolios durch politische Debatten in den USA volatiler werden könnten.

Welche ETFs sind nun die „Besten“ für Einsteiger?

Es gibt keinen „besten“ ETF, aber es gibt Produkte, die sich als Standardlösungen etabliert haben. Hier sind Beispiele für solide Kernbausteine (keine Anlageberatung, sondern Marktanalyse):

  • Für Konsequente (SRI-Ansatz): ETFs auf den MSCI World SRI Low Carbon Select 5% Issuer Capped. Anbieter wie iShares (BlackRock), Amundi oder UBS haben hier sehr liquide Produkte. Die Kosten (TER) liegen meist um die 0,20%, was sehr günstig ist. Diese ETFs sind ideal, wenn du fossile Brennstoffe strikt meiden willst.
  • Für Pragmatiker (ESG-Screened): ETFs auf den MSCI World ESG Screened. Wenn du so nah wie möglich am Markt bleiben willst, aber Waffen und Tabak ausschließen möchtest.
  • Für Schwellenländer-Optimisten: Vergiss nicht die Emerging Markets. Ein MSCI EM SRI ETF ergänzt dein Weltportfolio, ist aber volatiler. Gerade in Schwellenländern kann der ESG-Filter helfen, Governance-Risiken (Korruption) zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist mein Geld in ESG-ETFs sicher?
Aktien-ETFs unterliegen immer Marktschwankungen. Ein ESG-ETF ist nicht „sicherer“ vor Kursverlusten als ein normaler ETF. Allerdings vermeidest du spezifische Risiken, die aus Umweltschäden oder schlechter Unternehmensführung resultieren.

Kosten ESG-ETFs mehr Gebühren?
Früher ja, heute kaum noch. Der Preiskampf der Anbieter hat dazu geführt, dass nachhaltige ETFs oft nur minimal teurer (0,05% – 0,10% Unterschied) oder sogar gleich teuer sind wie klassische ETFs.

Bringt mein Investment wirklich etwas für die Umwelt?
Indirekt ja. Wenn du Aktien kaufst, erhält das Unternehmen zwar kein frisches Geld (da du die Aktien an der Börse von einem anderen Anleger kaufst), aber ein hoher Aktienkurs senkt die Kapitalkosten für das Unternehmen. Zudem nutzen große Fondsgesellschaften ihre Stimmrechte auf Hauptversammlungen zunehmend, um Managements zu nachhaltigerem Handeln zu drängen (Engagement-Ansatz).

Welche konkreten Schritte solltest du jetzt unternehmen?

Nachhaltigkeit beginnt beim Handeln. Hier ist dein Fahrplan für den Start:

  1. Definiere deine moralische Schmerzgrenze: Willst du nur die schlimmsten Sünder ausschließen (ESG Screened) oder willst du aktiv „grüne“ Vorreiter fördern und fossile Energie komplett verbannen (SRI)?
  2. Wähle den Index vor dem Produkt: Entscheide dich erst für den Index (z.B. MSCI World SRI), dann suche auf Portalen wie JustETF oder ExtraETF nach dem günstigsten Anbieter für diesen Index.
  3. Richte einen Sparplan ein: Market Timing funktioniert selten. Lege einen monatlichen Betrag fest, der automatisch investiert wird. Das glättet deine Einstiegskurse und diszipliniert dein Anlageverhalten.
  4. Prüfe die Diversifikation: Wenn du dich für die strenge SRI-Variante entscheidest, überlege, ob du eventuell einen kleinen Anteil „normaler“ ETFs beimischst oder ob du mit der Konzentration auf ca. 400 Werte gut schlafen kannst.

Investieren mit grünem Gewissen ist heute kein Nischensport mehr, sondern eine der intelligentesten Arten, langfristig Vermögen aufzubauen. Du investierst in die Wirtschaft von morgen, nicht in die von gestern.

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Hey, ich bin Udo Schluhmeier! Ich bin der Kopf hinter dem newsbaron.de-Imperium. Während andere noch ihren ersten Kaffee kochen, habe ich schon die Trends von übermorgen auf dem Schirm. Als digitales Urgestein und sächsischer Macher serviere ich dir den perfekten Mix aus Tech-Hype, Lifestyle-Checks und Business-Insights. Meine Mission? Schluss mit dem Info-Müll! Bei mir gibt’s nur das, was wirklich Relevanz hat – direkt, ehrlich und immer mit einer ordentlichen Portion Biss. Kurz gesagt: Wenn’s knallt, wichtig ist oder dein Leben smarter macht, habe ich es schon längst für dich aufgeschrieben.