Workation im Winter: Sonne und WLAN finden
Ich sag euch ganz direkt, ohne langes Herumgerede: Wer sich im Januar in Chemnitz oder Dresden freiwillig morgens um sechs die Finger am Türschloss abfriert, nur um dann den ganzen Tag in einem überheizten Büro bei staubtrockener Luft gegen das Nachmittagstief zu kämpfen, der macht strategisch einfach was falsch. Ich sitze hier gerade an meinem Schreibtisch, blicke raus auf diesen typisch grauen Matsch, der sich auf dem Gehweg breitmacht, und merke richtig, wie mein kompletter Antrieb im sächsischen Einerlei versackt. Da hilft kein dritter Espresso und auch kein heroisches Durchbeißen. Das ist am Ende des Tages einfach nur ineffiziente Quälerei, die weder dem Kunden noch dem eigenen Kontostand hilft.
Ich hab deshalb dieses Jahr gar nicht erst lang gefackelt oder irgendwelche komplizierten Pro-Contra-Listen gewälzt, die man am Ende eh wieder in die Tonne drückt. Ich hab mir das Ticket gezogen. Punkt. Abflug. Und nein, für mich ist diese Workation im Januar kein schicker Lifestyle-Zirkus für Instagram, wo man den Laptop dekorativ in den Sand steckt. Macht das bloß nicht, der feine Staub ruiniert euch die Apple-Tastatur schneller, als ihr Sonne sagen könnt! Es ist schlichtweg die Rettung für meine Produktivität. Ich brauche das Licht, damit die Zahnräder im Kopf wieder ordentlich ineinandergreifen. Wer behauptet, bei 5 Grad und Nieselregen in der Oberlausitz genauso kreativ zu sein wie bei 22 Grad und einer leichten Meeresbrise in Las Palmas, der lügt sich doch massiv in die eigene Tasche.
Warum schaltet die Birne ohne Sonne eigentlich auf Standby?
Das ist ja keine Einbildung oder irgendein Esoterik-Quatsch, das ist schlichte Biologie. Ich merk das sofort beim Tippen: Wenn draußen nur die graue Suppe hängt, werden meine Sätze zäh wie Kaugummi auf dem Asphalt. In Fachkreisen faseln sie dann von saisonal-affektiven Störungen, aber für mich als Macher ist das ein ganz profaner technischer Defekt im Workflow. Auf den Kanaren oder Madeira ist das ein völlig anderer Schnack. Da knallt das Licht morgens schon durchs Fenster, du ziehst dir einfach nur ein T-Shirt an und bist sofort im Tunnel.
Ich hab das letztes Jahr mal bei mir selbst analysiert: Meine Schlagzahl beim Content-Erstellen ist förmlich explodiert. Warum? Weil die Laune oben ist und du nicht ständig gegen dieses bleierne Gefühl im Kopf ankämpfen musst, das dich hierzulande spätestens ab 15 Uhr lahmlegt. Und jetzt mal ein Tipp für die Sparfüchse unter uns: Im Januar sind die ganzen nervigen Weihnachtstouristen endlich weg. Das ist die Goldgräberzeit für uns Remote-Worker. Die Preise für Apartments auf Gran Canaria oder Teneriffa knallen nach dem 6. Januar so richtig in den Keller. Ich hab Buden gesehen, die im Hochsommer absolut unbezahlbar sind und jetzt fast für einen Appel und ein Ei weggehen. Da lacht der Geldbeutel, das kann ich euch flüstern. Aber man darf nicht blauäugig hinfliegen und glauben, dass dort alles von allein läuft wie am Schnürchen.
Ist die WLAN-Lüge das größte Risiko für deinen Job?
Kommen wir mal zu dem Dirty Detail, das dir kein Reiseblog und erst recht kein Vermieter bei Airbnb freiwillig auf die Nase bindet. Da steht in der Anzeige Highspeed Internet oder Glasfaser, und was findest du vor Ort vor? Eine Leitung, die so instabil ist wie ein Kartenhaus bei Windstärke 10 an der Nordsee.
Letztes Jahr hatte ich diesen einen Termin. Ein wirklich wichtiges Projekt, Neukunde aus der Schweiz, viel Kohle auf dem Tisch. Mitten in meiner Präsentation zack Standbild. Mein Gegenüber dachte wahrscheinlich, ich hätte die Lust verloren oder wäre technisch im vorletzten Jahrhundert stehengeblieben. Dabei saß ich da unter dem Tisch, hab fluchend die Kabel in den Router gerammt und das Ding angestarrt, als könnte ich es mit purer Willenskraft zur Vernunft bringen. Was war passiert? Der Vermieter im Stockwerk unter mir hatte sich gedacht, es wäre genau jetzt der perfekte Zeitpunkt, um die komplette Mediathek in 4K zu streamen, während sein Enkel wahrscheinlich noch ein 50-GB-Update für die Playstation gezogen hat. In solchen Momenten kriegst du nicht nur Puls, da willst du das ganze Zeug am liebsten direkt im Atlantik versenken.
Wie verhinderst du den technischen Totalausfall im Ausland?
Mittlerweile bin ich da knallhart geworden: Ohne einen frischen Speedtest-Screenshot vom Vermieter, auf dem gefälligst auch das aktuelle Datum und die Uhrzeit zu sehen sind, buche ich gar nichts mehr. Ich schreib denen ganz direkt: Hör zu, ich bin hier, um zu arbeiten, nicht um Eier zu schaukeln. Schick mir den Test oder ich such mir was anderes. Wer da rumeiert oder gar nicht antwortet, hat meistens was zu verbergen. Punkt. Erspar dir den Stress und klär das vorher, sonst sitzt du im sonnigen Paradies und starrst verzweifelt auf einen Ladebalken, während die Sonne draußen ohne dich untergeht.
Und wenn wir schon bei den technischen Katastrophen sind: Pack verdammt noch mal alles doppelt ein. Vor allem Ladekabel und eine Ersatzmaus. Ich hab einen Kollegen erlebt, dem ist auf La Gomera wunderschöne Insel, aber eben viel Natur und verdammt wenig MediaMarkt das Netzteil vom Laptop abgeraucht. Klingt erst mal nach einer Kleinigkeit, oder? Aber fahr mal los und such ein spezifisches Ersatzteil in einem Bergdorf. Da hilft dir kein Express-Versand der Welt, wenn der Postbote nur zweimal die Woche mit der Fähre rüberkommt. Der Typ war drei Tage komplett offline. Der hat Blut und Wasser geschwitzt, weil seine Deadlines näher rückten und er nichts machen konnte außer Ziegen beim Grasen zuzuschauen. Das ist so ein typisches Ding, das man erst lernt, wenn man mal richtig auf die Schnauze gefallen ist. Ich hab jetzt immer ein komplettes Backup-Set im Koffer. Wiegt kaum was, aber gibt mir die Sicherheit, dass ich nicht wegen eines blöden Kabels meinen Ruf beim Kunden gegen die Wand fahre.
Madeira oder Kanaren: Wo machst du wirklich Meter?
Das ist die ewige Streitfrage unter uns Nomaden. Ich hab beides durch und beides hat seine Tücken, die man kennen muss, bevor man den Koffer zuschlägt. Madeira ist wunderschön, alles grün, Wahnsinns-Steilküsten. Die Community in Ponta do Sol ist echt klasse, da triffst du Leute mit ordentlich Drive. Aber: Es ist die Insel des ewigen Frühlings, nicht des Hochsommers. Im Januar kann es dir passieren, dass es drei Tage am Stück durchsuppt. Wenn du dann in einer Bude ohne Heizung sitzt und glaub mir, die meisten Häuser dort haben keine dann ziehst du dir im Wohnzimmer den dicken Pulli über und versuchst, mit klammen Fingern zu tippen. Das ist dann auch keine Workation mehr, sondern Survival-Training.
Urlaub zum Lidl-Preis – warum mehr zahlen? – lidl-reisen.de
Mit Lidl Reisen buchst du Strand, Stadt oder All-Inclusive oft hunderte Euro günstiger als anderswo.
Gleiche Hotels, gleiche Flüge – mehr Geld übrig für Eis, Cocktails und Erlebnisse.
Jetzt sparen & Urlaub buchen
Auf den Kanaren, speziell auf der Südseite von Gran Canaria oder auf Fuerteventura, hast du den absoluten Frostschutz. Da ist es zwar karg und staubtrocken, fast schon wie auf dem Mond, aber die Sonne ballert zuverlässig. Mir als Macher ist die Optik vom Berg im Hintergrund am Ende egal, solange die Internetverbindung steht und ich nach Feierabend kurz in den Pool springen kann, um den Kopf für den nächsten Tag freizubekommen.
Warum scheitern so viele an der Disziplin im Paradies?
Lass dir nicht einreden, dass eine Workation Urlaub ist. Wer mit der Einstellung hinfährt, der ist nach drei Tagen wieder zu Hause oder hat seinen Job verloren. Die Ablenkung ist gigantisch. Das Meer glitzert vor dem Fenster, die Leute in den Strandbars trinken schon mittags den ersten Wein und du sitzt da und musst eine Strategie austüfteln. Das erfordert Disziplin ohne Ende.
Ich mache es so: Von 8 bis 13 Uhr wird knallhart durchgezogen. Handy weg, keine sozialen Medien, Fokus pur. Dann zwei Stunden Pause, ab an den Strand, kurz den Kopf unter Wasser oder was Vernünftiges essen. Und dann kommt der Endspurt. Wer versucht, nebenbei am Pool zu arbeiten, der macht sich nur selbst was vor. Die Sonne blendet auf dem Display, du siehst nichts, der Sand knirscht in der Tastatur und am Ende hast du weder die Arbeit geschafft noch den Strand genossen. Such dir einen festen Platz in der Wohnung, am besten mit einem ordentlichen Tisch und einem Stuhl, der dir nicht den Rücken ruiniert. Ich hab mir sogar angewöhnt, einen klappbaren Laptop-Ständer mitzunehmen. Dein Nacken wird es dir danken, wenn du nicht acht Stunden lang wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf den Bildschirm starrst.
Wie sieht die Zukunft des mobilen Arbeitens 2026 aus?
Ich beobachte den Markt ja schon eine ganze Weile. Die Zeiten, in denen man als digitaler Nomade wie ein buntes Schaf beäugt wurde, sind vorbei. Bis Ende 2026 werden wir noch viel mehr spezialisierte Coliving-Angebote sehen. Die Vermieter merken langsam, dass wir keine Hängematten für Instagram brauchen, sondern ergonomische Stühle und schallisolierte Ecken für Calls. Die Preise werden aber eher steigen, weil immer mehr Angestellte von ihren Chefs das Okay für Remote-Arbeit kriegen. Der Platz an der Sonne wird teurer und die besten Spots sind immer schneller weg.
FAQ zur Workation im Januar
Brauche ich für die Kanaren ein Visum? Nein, als EU-Bürger kannst du dort einfach loslegen. Erst wenn du länger als 90 Tage bleibst, musst du dich offiziell registrieren.
Reicht das mobile Datenvolumen als Backup? Ja, aber hol dir vor Ort eine lokale SIM-Karte. Die spanischen Tarife sind oft viel günstiger und bieten echtes unbegrenztes Datenvolumen für den Notfall.
Wie ist das Wetter wirklich? Auf den Kanaren hast du im Süden meistens T-Shirt-Wetter (20-24 Grad). Sobald die Sonne weg ist, wird es aber kühl eine Fleecejacke gehört also trotzdem in den Koffer.
Zieh die Reißleine, bevor der Frost dich auffrisst
Wenn du also noch zögerst und denkst: Ach, nächstes Jahr vielleicht lass es. Die Welt da draußen wartet nicht auf dich. Pack dein Zeug, bevor dich der Winterblues hier komplett auffrisst und du im März feststellst, dass du das erste Quartal eigentlich nur im Halbschlaf verbracht hast. Die Steigerung deiner Effizienz und Laune wird dich umhauen. Ich hab mein Paket schon gepackt, der Flieger wartet nicht. Wir sehen uns im Süden oder eben am nächsten Montagmorgen beim Eiskratzen in der Kälte. Deine Entscheidung.
Share this content:















Kommentar abschicken