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Aldi vs. Lidl: Warum Supermarkt-Apps uns oft mehr Geld kosten als sparen

Smartphone mit geöffneter Rabatt-App liegt neben einem Einkaufskorb mit frischen Lebensmitteln und einem Kassenbon.

Aldi vs. Lidl: Warum Supermarkt-Apps uns oft mehr Geld kosten als sparen

Ich habe vor ein paar Wochen sämtliche Discounter-Apps von meinem Smartphone gelöscht. Und ganz ehrlich: Ich vermisse absolut nichts. Monatelang hatte ich mir eingeredet, dass ich mit den digitalen Kundenkarten das System austrickse und wöchentlich ordentlich Bares spare. Wer freut sich schließlich nicht, wenn unten auf dem Bon zwei Euro Ersparnis stehen?

Aber als ich mir meine Ausgaben und den Vorratsschrank mal ohne die rosarote Schnäppchenbrille angeschaut habe, war die Bilanz Ernüchterung pur. Die angebliche Ersparnis war reine Einbildung.

Das Märchen von der Ersparnis auf dem Bon

Ich habe den Selbstversuch gemacht und ein paar Wochen lang peinlich genau mitgetrackt, was eigentlich im Einkaufswagen landete. Das Ergebnis war eindeutig: Ich habe durch die Apps unterm Strich mehr Geld ausgegeben als ohne.

Der Grund ist simpel, aber effektiv. Man kauft Dinge, die man ohne die bunte Push-Nachricht oder den Fünfzig-Cent-Coupon nie angefasst hätte. Ein Joghurt, der eigentlich gar nicht auf dem Zettel stand. Eine Packung Kekse auf Vorrat, weil der Rabatt ja morgen abläuft. Genau so funktioniert die Mechanik. Die Discounter schenken uns nichts. Sie kaufen sich mit winzigen Beträgen unsere Aufmerksamkeit und verleiten uns zu Käufen, die spontan passieren.

Meiner Meinung nach sieht man diesen Unterschied nirgends so deutlich wie beim Duell zwischen Lidl und Aldi. Das sind zwei völlig verschiedene Philosophien, wie wir Kunden erzogen werden sollen.

Wie Lidl und Aldi um dein Portemonnaie kämpfen

Lidl setzt mit „Lidl Plus“ voll auf die App-Karte. Das bedeutet konkret: Wer dort den besten Preis haben will, muss arbeiten. Du musst die App auf dem Smartphone installieren, vor dem Einkauf jeden einzelnen Coupon händisch aktivieren und an der Kasse den QR-Code vorzeigen. Wer kein Smartphone dabei hat, keinen Empfang hat oder schlicht keine Lust auf das Prozedere hat, zahlt den regulären, höheren Preis. Punkt.

Aldi geht einen ganz anderen Weg. Da gilt bisher das Prinzip: Der Preis am Regal ist der Preis für alle. Kein Freischalten, keine Registrierung, kein Handy-Gefummel beim Kassieren. Der Aktionspreis wird direkt abgezogen, egal wer vor der Kasse steht.

Dass man bei Lidl jeden Rabatt einzeln anklicken muss, ist kein technischer Unfall. Das ist reines Kalkül. Wer Coupons manuell aktivieren muss, beschäftigt sich schon vor dem Einkauf intensiv mit dem Sortiment. Künstliche Fristen bauen zusätzlich Druck auf, weil der Rabatt vielleicht nur wenige Tage gilt. Dazu kommt der kleine psychologische Belohnungskick an der Kasse, wenn der Scanner piept und die Summe schrumpft.

Und dann ist da die Sache mit den Daten. Über den QR-Code erfährt der Discounter exakt, wann du einkaufst, welche Marken du nimmst, wann du zu Eigenmarken greifst und auf welche Rabatte du anspringst. Er baut ein gläsernes Profil von deinem Einkaufsverhalten. Bei Aldi zahlt man schlicht mit Geld, nicht mit dem eigenen Kundenprofil.

Wann sich das Smartphone an der Kasse lohnt

Ich würde die Frage, ob man diese Apps nutzen sollte, ganz nüchtern am eigenen Verhalten festmachen:

  • Der sture Zettel-Einkäufer: Du schreibst dir auf, was du brauchst, weichst keinen Millimeter davon ab und kaufst eh meistens dieselben Marken im Großeinkauf. Wenn da ein Coupon zufällig passt, nimmst du ihn mit. Dann sparst du wirklich.
  • Der Gelegenheits-Shopper: Du gehst ohne genauen Plan durch die Gänge, lässt dich von bunten Hinweisen leiten und denkst dir „Oh, Rabatt, nehme ich mit“. In diesem Fall verlierst du mit der App garantiert Geld.

Ich kenne kaum jemanden in meinem Umfeld, der dauerhaft zur ersten Kategorie gehört. Wir sind Menschen, wir lassen uns verleiten.

Meine klare Meinung zum App-Wahn

Ich halte diesen Trend zur App-Pflicht an der Kasse für eine Unsitte. Es erzieht uns dazu, für ein paar Cent Ersparnis persönliche Daten hinzublättern und uns vor dem Regal stressen zu lassen. Warum muss der Preis für eine Packung Butter davon abhängen, ob ich vorher einen virtuellen Haken in einer Anwendung gesetzt habe?

Ich persönlich habe die Konsequenzen gezogen. Ohne den digitalen Kram kaufe ich wieder stur das, was ich wirklich brauche. Mein Einkauf ist billiger geworden und an der Kasse muss ich weder nach Netz suchen noch auf Bildschirme stottern.

Mein Rat für deinen nächsten Einkauf: Mach den Test. Schau dir deinen Kassenzettel an und streich gedanklich alles durch, was nur wegen eines Coupons im Wagen gelandet ist. Wenn da auch nur ein einziger Artikel steht, hat nicht der Schnäppchenjäger gewonnen – sondern der Discounter.

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Hey, ich bin Udo Schluhmeier! Ich bin der Kopf hinter dem newsbaron.de-Imperium. Während andere noch ihren ersten Kaffee kochen, habe ich schon die Trends von übermorgen auf dem Schirm. Als digitales Urgestein und sächsischer Macher serviere ich dir den perfekten Mix aus Tech-Hype, Lifestyle-Checks und Business-Insights. Meine Mission? Schluss mit dem Info-Müll! Bei mir gibt’s nur das, was wirklich Relevanz hat – direkt, ehrlich und immer mit einer ordentlichen Portion Biss. Kurz gesagt: Wenn’s knallt, wichtig ist oder dein Leben smarter macht, habe ich es schon längst für dich aufgeschrieben.

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