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ePA Nutzung: Rechte, Widerspruch und mein Chaos in der App

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ePA Nutzung: Rechte, Widerspruch und mein Chaos in der App

Ich drücke die Plastikkarte fest an die obere Kante meines Pixel 7, hielt kurz den Atem an, aber der Ladebalken bricht zum dritten Mal mitten im NFC-Scan ab. Die AusweisApp2 spuckt nur einen kryptischen Fehlercode ‘ERR_NFC_TIMEOUT’ aus, während ich auf dem Küchentisch nach dem Brieffenster mit der sechsstelligen PIN suche. So fängt sie also an, meine ePA Nutzung – die elektronische Patientenakte, die seit Anfang 2025 automatisch für fast 73 Millionen gesetzlich Versicherte in Deutschland eingerichtet wird. Wenn du nichts unternimmst, legt deine Krankenkasse das Ding einfach für dich an, weil der Gesetzgeber sich für ein Opt-out-Verfahren entschieden hat.

Das System soll im Kern alle deine Befunde, E-Rezepte, Notfalldaten und Arztbriefe an einem Ort bündeln, damit du nicht bei jedem Praxiswechsel alten Papierausdrucken hinterherläufst.

Erst beim vierten Versuch, als ich das Smartphone völlig reglos auf das Holz pressen und die PIN ohne kleinsten Ruckler eintippe, springt die Anzeige grün um. Das NFC-Modul im Telefon mag den Chip in der TK-Karte einfach nicht, jedenfalls nicht ohne dass man das ganz flach auf Holz legt.

Wann lohnt sich die ePA Nutzung im Alltag überhaupt?

Ich war letztes Jahr erst beim Hausarzt, dann drei Wochen später beim Radiologen wegen der Schulter und danach beim Orthopäden. Das bedeutete damals: Beim Hausarzt im Flur stehen, auf den Ausdruck der Blutwerte warten, das Papier zusammengefaltet in den Rucksack stopfen, es beim Termin beim Radiologen vergessen und schließlich zusehen, wie die Arzthelferin genervt versucht, die Befunde per Fax anzufordern. Genau an dieser Stelle soll die ePA Nutzung ansetzen.

Wenn deine Akte erst einmal läuft, speichert das System Röntgendokumente, Laborberichte, OP-Berichte und den digitalen Medikationsplan direkt ab. Wenn dir zwei verschiedene Fachärzte Medikamente verschreiben, gleicht die Software im Hintergrund ab, ob sich die Wirkstoffe überhaupt vertragen.

Jedenfalls steht das so im Gesetzblatt.

Bei meinem Versuch am Sonntagabend war der Server der Krankenkasse zwischendurch zweimal wegen Wartungsarbeiten schlicht nicht erreichbar. Da nützt der beste digitale Medikationsplan nichts, wenn der Bildschirminhalt gar nicht lädt. Wenn du chronisch krank bist oder häufig zwischen verschiedenen Fachärzten pendelst, spart das digitale Zentralarchiv vermutlich eine Menge Nerven und doppelte Untersuchungen. Wenn du nur einmal im Jahr zur Zahnreinigung gehst, merkst du von der ePA Nutzung im Alltag eher wenig, außer dass du Post von deiner Kasse im Briefkasten hattest.

Wer darf meine Akte einsehen und was bleibt gesperrt?

Meine größte Sorge vor dem ersten Login war relativ simpel: Sieht die Krankenkasse jetzt meine Krankengeschichte oder bekommt mein Arbeitgeber mit, bei welchem Facharzt ich am Freitag war? Die Antwort darauf ist zum Glück sehr eindeutig gelöst. Deine Krankenkasse hat null Zugriff auf deine medizinischen Daten. Und dein Chef erst recht nicht. Das ist gesetzlich streng getrennt.

Zugreifen dürfen ausschließlich behandelnde Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheken. Und selbst die können sich nicht einfach nach Feierabend auf der Couch mit ihrem Laptop in deine Akte einloggen. Der Zugriff schaltet sich erst frei, wenn du in der Praxis deine elektronische Gesundheitskarte in das Lesegerät an der Anmeldung steckst.

Ab diesem Moment läuft eine Zeitspanne. Standardmäßig ist die jeweilige Praxis dann für 90 Tage für deine Akte freigeschaltet. Du kannst diesen Zeitraum in den Einstellungen der App verändern oder auf wenige Tage verkürzen. Auch die Zahnärztin muss nicht sehen, was der Psychotherapeut eingetragen hat. Ich habe bei mir in der App testweise die Kategorie für psychische Erkrankungen komplett gesperrt. Was passiert dann? Die Zahnärztin sieht beim Einlesen der Karte an ihrem Terminal schlicht einen leeren Ordner in diesem Bereich. Sie muss sich auf das verlassen, was ich ihr mündlich erzähle, oder wieder Papierausdrucke anfordern.

Ob das am Montagmorgen um acht Uhr in einer überfüllten Praxis ohne Hektik funktioniert? Ich habe da erhebliche Zweifel. Wenn die Schlange an der Anmeldung bis zum Treppenhaus reicht, setzt sich doch keine Arzthelferin hin und klärt ab, warum irgendein Freigabe-Haken im System fehlt.

Wie funktioniert der Widerspruch, wenn ich das nicht will?

Du bist nicht verpflichtet, bei diesem digitalen Aktenordner mitzumachen. Wer seine Patientendaten nicht auf den zentralen Servern der Telematikinfrastruktur liegen haben möchte, legt Widerspruch ein.

Das geht überraschend unkompliziert. Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder loggst du dich in die App deiner Kasse ein und wählst im Einstellungsmenü den Punkt zur Ablehnung der ePA Nutzung aus. Oder du schreibst einen ganz normalen Brief per Post an deine Krankenkasse. ‘Ich widerspreche der Einrichtung einer elektronischen Patientenakte.’ Mehr muss da gar nicht drinstehen. Eine Begründung musst du nicht liefern.

Wenn deine Kasse den Widerspruch bearbeitet, wird erst gar keine Akte für dich erstellt. Existiert sie bereits, muss sie gelöscht werden. Du kannst übrigens auch nur Teilbereichen widersprechen, zum Beispiel der automatischen Erstellung der Medikationsliste oder der Bereitstellung von Daten für die Forschung, und den Rest trotzdem nutzen.

Für meine 79-jährige Tante Helga, die weder ein Smartphone noch eine E-Mail-Adresse besitzt, wollte ich herausfinden, wie sie den Widerspruch ohne App regeln kann. Ich habe bei der Hotline ihrer Krankenkasse angerufen. Die Mitarbeiterin schickte mich erst auf die Website, merkte dann selbst, dass das meiner Tante nicht hilft, und musste fünf Minuten in ihren internen Schulungsunterlagen suchen, bevor sie mir versprach, ein Papierformular per Post zu schicken. Es kam zwei Wochen später an. Das zeigt mir ziemlich deutlich, wie viel Sand im Getriebe dieser ganzen Digitalisierung noch steckt.

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Hey, ich bin Udo Schluhmeier! Ich bin der Kopf hinter dem newsbaron.de-Imperium. Während andere noch ihren ersten Kaffee kochen, habe ich schon die Trends von übermorgen auf dem Schirm. Als digitales Urgestein und sächsischer Macher serviere ich dir den perfekten Mix aus Tech-Hype, Lifestyle-Checks und Business-Insights. Meine Mission? Schluss mit dem Info-Müll! Bei mir gibt’s nur das, was wirklich Relevanz hat – direkt, ehrlich und immer mit einer ordentlichen Portion Biss. Kurz gesagt: Wenn’s knallt, wichtig ist oder dein Leben smarter macht, habe ich es schon längst für dich aufgeschrieben.

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